Donnerstag, 27. Juni 2019
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Berufsfeuerwehrtag der Jugendfeuerwehr 2019

Am 18. Mai 2019 veranstaltete die Jugendgruppe 1 (Mitte, Haaren, Verlautenheide & Eilendorf) den alle zwei Jahre stattfindenden Berufsfeuerwehrtag. Während eines solchen Tages bekommen die Jugendlichen im Verlauf von 24 Stunden mehrere unterschiedliche Einsatzlagen gestellt, die sie mit Ihrem aktuellen Wissen, welches aus den vorausgegangenen Jugendausbildungen errungen wurde, abgearbeitet werden müssen.

In diesem Jahr gab es Einsätze aus den Bereichen der Technischen Hilfeleistung, der Medizinischen Rettung sowie der Brandbekämpfung abzuarbeiten. Begonnen wurde der Berufsfeuerwehrtag mit dem Antreten in der Fahrzeughalle des Löschzuges Verlautenheide um 9:30 Uhr. Von hier aus wurden die Jugendlichen auf die verschiedenen Fahrzeuge und Positionen eingeteilt. Nach dem Antreten folgte das Checken des Einsatzmaterials auf Funktion und Vorhandensein.


Bereits um 10:00 Uhr morgens ging es zum ersten Einsatz, hierbei galt es eine eingelaufene Brandmeldeanlage bei der Firma Walbert - Schmitz GmbH & Co. KG abzuarbeiten. Nach umfangreicher Erkundung des Gebäudes wurde durch die vorgegangenen Trupps kein Feuer vorgefunden und somit alle Maßnahmen der Feuerwehr wieder zurückgenommen. Zurück auf der Wache gab es dann erst mal für alle ein ausgiebiges Frühstück in versammelter Runde. Um 11:00 Uhr ging es dann für das 3. Löschfahrzeug, in diesem Fall das 15-LF20KATS-1, weiter zum nächsten Einsatz. Da im Stadtteil Haaren das Pfarrfest vonstatten ging, wurde unsere Jugendgruppe für eine Showübung vor ua. dem Oberbürgermeister der Stadt Aachen, angefragt. Dies bejahte unser Jugendwart und kombinierte diese mit dem Berufsfeuerwehrtag. So galt es hier für die Besatzung des 3. Löschfahrzeuges einen Containerbrand vor Publikum abzulöschen.



Die Jugendlichen, die die Rolle des Gruppenführers bekleideten, wussten ihre Position bereits im voraus und sollten für ihre Fahrzeugbesatzung eine eigene Ausbildung vorbereiten. Diese Ausbildung durch die Gruppenführer wurde dann von 11:30 Uhr bis 12:30 abgehalten. Hierbei wurden die Themen Funk, Ausleuchten von Einsatzstellen, Fahrzeug- & Gerätekunde sowie das Verhalten im Atemschutznotfall ausgebildet.

Um 13:00 Uhr ging es für den Jugendlöschzug, bestehend aus 3 Löschfahrzeugen (15-LF20KATS-1, 13-LF20-1, 13-LF10-2), einem Mannschaftstransporter als Einsatzleitwagen (13-MTF-1) und einem Rettungstransportwagen der Johanniter Unfallhilfe, zu einer gemeinschaftlichen Übung der Jugendgruppen 1 und 3. Hier bereitete die Jugendgruppe 3 einen simulierten Dachstuhlbrand der Sporthalle des Laurensberger Schulzentrums im Hander Weg vor. Durch alle 3 Löschfahrzeuge wurden mehrere C-Rohre vorgenommen und Wasser auf das Dach abgegeben. Zeitgleich galt es in diesem weitläufigen Gebiet eine Wasserversorgung aus dem Hydrantnetz aufzubauen und aufrecht zu erhalten. Alles in allem lief die Kommunikation und die Zusammenarbeit mit den Jugendlichen der Jugendgruppe 3 sehr gut, sodass die Ausbilder beider Jugendgruppen ein positives Fazit aus dieser Übung ziehen können.


Bereits auf der Rückfahrt der Gemeinschaftsübung ging es für die Besatzung des 1. Löschfahrzeuges (13-LF10-2) weiter zum nächsten Einsatz, mit dem Alarmstichwort "N VU2", in den Kleinheider Weg. Vor Ort angekommen wurde ein Fußgänger von einem PKW angefahren. Da der Rettungswagen aus einem anderen Stadtteil anfuhr, musste eine Erstversorgung des verletzen Fußgängers durch die Jugendlichen sichergestellt werden. Zeitgleich galt es die sichtlich geschockte Autofahrerin zu betreuen und den fließenden Verkehr abzusichern.

Während der Verkehrsunfall noch lief, musste die Besatzung des 2. Löschfahrzeuges (13-LF20-1) um 15:30 Uhr weiter zu einer Unterstützung für den Rettungsdienst in einem Gebäude auf der Von-Coels-Straße. Hier lief bereits die Reanimation eines leblosen Patienten, bei der die Besatzung des Rettungswagens Unterstützung brauchte. Durch die Jugendlichen wurde hier abwechselnd die Reanimation des Patienten durchgeführt. Nach dem der Patient wieder einen eigenen Rhythmus hatte, wurde die Trainingspuppe durch einen Statisten ausgewechselt, und in Zusammenarbeit mit dem Personal des Rettungswagens der Abtransport des Patienten durchgeführt. Mit diesem Einsatz konnten die Jugendlichen Ihr Wissen im Bereich der Ersten Hilfe erfolgreich unter Beweis stellen.

Um 16:20 Uhr, ging es für die Besatzung des 3. Löschfahrzeuges weiter, zu einer nicht alltäglichen Einsatzmeldung. Auf dem Übungsgelände des Technischen Hilfswerks Ortsverband Aachen, wurde eine verschüttete Person gemeldet. Bei Abbrucharbeiten kam es zu einem Teileinsturz eines Gebäudes, wodurch eine Person in einen Schacht stürzte, und dort bewusstlos liegen blieb. Bei diesem Einsatz galt es für die Jugendlichen ihr gesamtes Improvisationstalent zutage zu bringen, da eine solche Einsatzlage vorher noch nicht geübt wurde. Nach einer ausführlichen Erkundung, entschied der Gruppenführer sich dazu seinen Angriffstrupp in das Tunnelsystem zu schicken und den Patienten mittels Spineboard zu retten. Hierzu wurde der Patient durch den Trupp im beengten und dunklem Raum auf das Spineboard gelagert und dieses mit einem Seil eingebunden, sodass von außerhalb weitere Trupps bei der Rettung helfen konnten. Das Board wurde durch die Tunnelanlage raus gezogen und der Patient konnte erfolgreich aus seiner misslichen Lage gerettet werden.
Während dieser Einsatz lief wurde durch die Jugendlichen auf der Wache das Abendessen vorbereitet. Hier gab es selbstgemachte Burger und als Beilage Pommes.



Nach der Stärkung und einer Verschnaufpause für die Jugendlichen kam dann der größte Einsatz des Tages. Um 19:45 wurde der Jugendlöschzug zu einer Gasausströmung an einem Industriegebäude in der Charlottenburger Allee alarmiert. Während der Lageerkundung kam es zu einer Verpuffung des ausströmenden Gases und somit zu einem Gebäudevollbrand mit Menschenrettung. Auf der Wiese des Geländes brannte ein Container in dessen Umgebung zwei verletzte Personen lagen, auf dem Dach des Gebäudes standen zwei zu rettende Personen und im Unterrichtsraum, der vorher ausgiebig mit Disco-Nebel verraucht wurde, galt es drei vermisste Personen zu finden. Während ein Trupp den brennenden Container ablöschte und zwei weitere Trupps die Verletzen auf der Wiese dem Rettungsdienst übergaben, startete parallel die Menschenrettung im Inneren und auf dem Dach. Die Suche und Rettung der Vermissten gestaltete sich als sehr schwierig, da die vorgehenden Trupps auf Grund des Nebels eine sogenannte Nullsicht vor sich hatten. Dennoch wurden die Vermissten durch die Trupps gefunden und nach einer schwierigen Rettung dem Rettungsdienst übergeben. Im Anschluss wurde das Gebäude noch unter Einsatz eines Lüfters rauchfrei und die Einsatzfahrzeuge anschließend wieder Einsatzbereit gemacht. Ein besonderer Dank geht hier an unser Löschzugmitglied Philipp Kerberger für die pyrotechnische Showeinlage mit der die Gasexplosion simuliert wurde.



Im Laufe der Abendstunden in die Nacht hinein war scheinbar ein fiktiver Brandstifter im Bereich des Feuerwehrpark Haaren zugange. Gleich zwei mal mussten die Jugendlichen hier im Zeitraum von 22:30 bis 00:30 Uhr einen brennenden Container löschen. Hierzu rückten jeweils einmal das 1. und 2. Löschfahrzeug an.



Die weitere Nacht blieb daraufhin für die Jugendlichen still. Erst um 7:15 wurde der Jugendlöschzug wieder alarmiert. Hier ging es zu einer Brandmeldung bei der Firma ISE GmbH (Informatikgesellschaft für Software-Entwicklung mbH) in der Schönebergstraße. Hier kam es zu einer Auslösung der Rauchmelder sowie einer Geruchsbelästigung. Nach einer ausgiebigen Erkundung konnte der Übeltäter gefunden werden, es handelte sich hierbei um den Feuerwehrklassiker „angebranntes
Essen auf Herd“.



Nach diesem Einsatz galt es dann, die fiktive Wache im Gerätehaus des Löschzuges Verlautenheide wieder aufzuräumen und die Einsatzfahrzeuge wieder in den Normalzustand zu bringen. Um 10:30 war auch dies erledigt und die Jugendlichen konnten mit vielen neuen Erfahrungen und Geschichten wieder von ihren Eltern abgeholt werden.

Wir bedanken uns bei unseren Jugendlichen für ihre Begeisterung für dieses Hobby und all den Willen der von ihnen in dieses Hobby gesteckt wird. Wir bedanken uns ebenfalls bei allen Helfern und Jugendausbildern, die den Jugendlichen diesen Tag ermöglicht haben. Angefangen bei der Planung, über die Durchführung und die Vorbereitung der Einsätze. Ein besonderer Dank geht an dieser Stelle ebenfalls an die Johanniter Unfallhilfe aus Aachen, Düren und Eschweiler, für die Stellung eines Rettungswagens sowie dessen Personals und mehrerer Feldbetten.

Ein weiterer Dank gilt den jeweiligen oben im Text aufgelisteten Löschzügen, Firmen sowie dem THW für die Stellung von Einsatzobjekten.